Minima Idiotica

Reflexionen aus dem beschissenen Leben

Träume sind eine kreative Zusammensetzung von erlebten Bildern, sie sind affektiv aufgeladen, können Angst, Unvermögen, Scheitern oder Liebe, Erfolg und Anerkennung enthalten. Sie spielen uns eine direkte Teilnahme in möglicherweise abstrusen Situationen vor. Mir erscheinen sie oft in der Teilnehmerperspektive, sie sind gesehene oder vielmehr fortschreitende Sachverhalte und Handlungsabläufe, die der Rationalität des realen Lebens oft entgegen gesetzt sind, sie können Zeitwechsel, Ortswechsel, Personenwechsel, naturwissenschaftlich Unmögliches enthalten. Ich bin mir aber bis jetzt sicher, dass Träume sich aus schon Wahrgenommenem kreativ zusammensetzen und dieses affektiv und mit einer gehörigen Portion von Zufall. Was man nicht gesehen hat, kann auch in den Träumen nicht kreativ zu irgendwas zusammengesetzt werden. Wir sehen einen Film im Traum, den wir schon ähnlich irgenwann wirklich gesehen haben. Und wirklich kann heute auch heißen, dass man etwas wirklich im Kino oder auf der Leinwand im Bett gesehen hat. Was war vor der Erfindung des Films?
Worauf ich hinaus will, ist der Unterschied der Träume von 1960 und 2025. Denn die wahrgenommenen Bilder und Filmsequenzen sind heute tausendmal komplexer als noch vor 50 Jahren. Digitale Filmproduktion und AI beeinflussen unser Traumverhalten und aus romantischer Perspektive sehne ich mich nach Träumen, die nur auf realen Begebenheiten meiner eigenen Lebenserfahrung fußen, ohne mediale Vermittlung durch Film und Bild, durch Hollywood und AI. Aber das war einmal, man kann Erfahrendes nicht ungesehen lassen. 
Wovon hat Archimedes geträumt? Höchstens doch von der Magdt, die in wallendem Kleid den Strand entlang spazierte und er seine Latschen nicht fand, um ihr zu folgen. Oder er träumte von Kreisen und Rechtecken, die er mit seinem Kopf in die Steine des Strandes ritzte.
Eine Drohnenperspektive zum Beispiel, die Sicht von oben auf fast alles, war im Fremd. Eine solche Perspektive konnte er nicht träumen. Und wenn schon die Träume grundlegend verschieden sind in diesem historischen Abgleich, was ist dann mit den Vorstellungen des wachen aktuellen, wirklichen Lebens?

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Wer früh aufsteht, kann früh fröllich sein! 

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Seitdem ich keine Drogen mehr nehme, sterbe ich an einer Überdosis Zeit! (Burroughs)

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Stellt sich doch die Frage, wie oft der allmächtige und allwissende Gott aufs Klo muss und ob er wirklich die größten Haufen von allen kackt?

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Einen Tag lang trug ich einen Panasonic RC- 60 digital Recorder im Ohr, der 24 Stunden am Stück alle meine sprachlichen Äußerungen und alles, was ich hörte aufgezeichnete. Jetzt nehme ich mir die Zeit und sortiere alles, schneide alles zusammen, tippe es ab und bald liegt es mir in Schriftform vor und ich kann mich auf meine gewohnte Art damit befassen. 

Das Ergebniss ist erschreckend, ich habe ja den ganzen Tag so gut wie immer die Fresse gehalten, nichts gesagt, keine vollen Sätze, mal ein Fluch hier, ein Lachlaut dort, dann ein Telefonat und der Versuch, ein paar englische Wörter aus einem Lied nachzusingen. Im Supermarkt fiel das Wort Karte und danach ein Danke. Das war es!

Der Output Stapel besteht aus zwei Blättern, wo hingengen der Input Stapel über 60 Seiten umfasst. Immerhin musste ich für letzteren 10 Minuten Deutschlandradio niederschreiben und die Audiospur eines amerikanischen Filmes auf Disney transkribieren. 

Bin ich also zur Zeit eher ein Denker versunken in der Kontemplation, und draußen wie drinnen nur stiller Beobachter, der sich seinen Teil denkt, vom Charakter her schweigsam und nachdenklich? 

Aber mit dem Ich ist das nicht so einfach! Wer man ist, nichts sollte einem klarer sein, aber bei der Frage Wer bin ich? kommt man schnell zur Tautologie und erweitert diese noch schneller mit seinem Namen und die Frage steht nun immer noch unbeantwortet, aber schwieriger den je im Raum. Ich bin der, der sich zu jeder Zeit und an jedem Ort dort befindet, wo sich mein Körper befindet, hilft auch nicht weiter. 

Digitale Kommunikation Meine Kommunikation als Informationsübermittlung als Bezeichnung als Bewertung und als Vorschlag reduziert sich im digitalen Bereich auf ein sprechendes Medium, das allein aus sytaktischer Wiederholung besteht und dadurch bei weitem nicht die Komplexität der menschlichen Kommuniktion erreicht. Der Computer lacht nicht, weil er die Diskrepanz einer Aussage zur normalen Wirklichkeit erheiternd findet, sondern weil er gelernt hat, dass auf auf die Abfolge dieser Zeichen mit dem Hochziehen der Mundwinkel und gewisser Lachlaute reagiert wird. Das kann man auch umprogrammieren. 

Sprechen und Hören, Denken und Lesen Bewusstsein und Kommunikation

Nun weiß ich gar nichts mehr und gehe ins Badezimmer und schaue in den Spiegel und wundere mich "Oh Gott, wie sehe ich denn aus!"

Ja wer bin ich und wer bis du? ...

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Sie war wie ein Zauber, sie konnte Zahnstein in Zahnseide verwandeln.

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Es ist der 6. Januar und die Sonnenstrahlen eines spätsommerlichen Herbsttages vereinen sich mit der duftenden Helligkeit des beginnenden Frühlings. 

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Und wieder die Modefarben des Jahres: Scheißebraun, Eitergelb und Gehirndurchsichtig.

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Die Kinder von heute werden sich in 20 Jahren noch an die nassen Weihnachten von früher erinnern und ihren Kinder erzählen, dass es früher zu Weihnachten noch sehr oft geregnet hat. Die gucken dann verwundert, können es nicht ganz glauben und treffen sich nachmittags im Freibad. 

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Wo ist mein Kackreiz hin? Wurde ich betrogen, wurde ich bestohlen?

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Ein Opa geht mit Maske in den Wald. 

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Sound und Wischen setzt mich in eine spirituelle Beziehung zu meiner Wohnung. Es ist die körperliche Berührung meiner Sachen, der Bücher und Schränke, der Stühle und Sofas, nur getrennt durch einen Lappen. Somit werde ich eins mit meiner Wohnung und ihrem Karma, wir verschmelzen zu einer kreativen, ausgeglichenen Symbiose. 

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Thomas, der Säufer, nervt mich total, man, hat der gestern wieder einen Stuss gelabert, war ganz der Jesus, der Helfer und Betrogene, sabberte die Sprechblasen nur so raus, allerbeste Laune, voll verblödet, durch Alk angefachter Schwachsinn. Kiffen, Saufen, Fernsehen und zur Abwechselung die Welt mit geistigem Dünnschiss einkleistern, am besten vom eigenen Sofa aus. 

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Hannover, Nieselregen, 3 Grad, die Frisur sitzt. 

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Altbau, geringe Miete, Ofen auf halber Treppe. 

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Postcoitale Resignation. 

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Meine Zigaretten heißen Marakabum, einer raucht, zehn fallen um.

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Die beiden sitzen im Eiscafe „Venezia“ in der Sonne und trinken Bier.

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Ohne Drogen wäre doch sowas wie Religion gar nicht entstanden.


 

 

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